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Projektaufwand in der Kreativbranche

und warum Stundensätze in die Irre führen

Warum Zeitplanung in kreativen Projekten oft
missverstanden wird


Zeitplanung gehört zu den zentralen Fragen bei kreativen Projekten. Gleichzeitig entsteht häufig der Eindruck, Leistungen wie Logo-Design oder Website-Konzeption ließen sich direkt in feste Zeitspannen oder Stundensätze übersetzen. In der Praxis greifen diese Annahmen jedoch zu kurz, da kreative Projekte aus mehreren Phasen bestehen, die weit über reine Produktionszeit hinausgehen.

Projektlaufzeit ist nicht gleich Arbeitszeit


Die Dauer eines Projekts beschreibt den Zeitraum vom Start bis zur finalen Übergabe – nicht die Summe der produktiven Arbeitsstunden. Zwischen diesen Punkten liegen Recherche, Abstimmungen, Konzeptionsphasen, Tests sowie Wartezeiten auf Feedback. Ein Projekt mit einer Laufzeit von fünf Tagen kann beispielsweise aus 20 bis 30 Stunden tatsächlicher Arbeit bestehen, verteilt über mehrere Tage.

Revisionen und Feedback als Zeitfaktor


Konzepte, Designs oder Texte werden selten im ersten Entwurf final freigegeben. Überarbeitungsrunden sind ein natürlicher Bestandteil kreativer Prozesse und beeinflussen die Projektlaufzeit maßgeblich. Richtwerte beinhalten in der Regel eine begrenzte Anzahl an Revisionen. Häufige oder späte Anpassungen verlängern Projekte entsprechend und sollten frühzeitig eingeplant oder über iterative Prozesse abgefedert werden.

Abhängigkeiten im Projektverlauf


Viele Arbeitsschritte im Marketing und Webdesign bauen aufeinander auf. Texte benötigen ein klares Briefing, Websites finales Bildmaterial und SEO-Maßnahmen abgestimmte Keywords. Verzögert sich ein einzelner Baustein, wirkt sich dies auf den gesamten Zeitplan aus. Klare Zuständigkeiten, frühzeitige Abstimmungen und definierte Meilensteine reduzieren diese Risiken erheblich.

Schnell, günstig oder gut - 
Warum selten alles gleichzeitig möglich ist


Zeit, Budget und Qualität stehen in einem Spannungsverhältnis. Wird ein Projekt stark beschleunigt oder mit sehr begrenztem Budget umgesetzt, leidet häufig die inhaltliche oder gestalterische Tiefe. Express-Produktionen sind möglich, erfordern jedoch höhere Priorisierung und bergen das Risiko, dass strategisches Potenzial ungenutzt bleibt. Ein realistischer Zeitrahmen führt in der Regel zu besseren Ergebnissen.

Warum Stundensätze in der Kreativbranche 
problematisch sind


Stundensätze setzen den Fokus auf Zeitaufwand statt auf Wirkung und Ergebnis. Ein Konzept, das in kurzer Zeit entwickelt wird, kann einen höheren Mehrwert erzeugen als ein Projekt mit langer Bearbeitungsdauer. Gleichzeitig belohnt der Stundensatz-Ansatz langsame Prozesse und fördert Mikromanagement, während wertorientierte Modelle Effektivität, Erfahrung und strategische Qualität in den Mittelpunkt stellen.

Unsere Haltung zur Kalkulation


Unsere Kalkulation basiert auf klar definierten Leistungsumfängen, die Planungssicherheit schaffen. Die operative Arbeitszeit wird über feste Modelle abgedeckt, während zusätzliche Kosten ausschließlich für externe Leistungen oder notwendige Lizenzen anfallen. Diese werden transparent kommuniziert und vorab abgestimmt.

Branchenübliche Aufwände zur Orientierung


Die folgenden Angaben dienen als Richtwerte zur besseren Einordnung von Projektgrößen und -laufzeiten. Sie stellen keine pauschalen Preisangaben dar, sondern spiegeln durchschnittliche Aufwände wider, wie sie in der Kreativ- und Marketingbranche üblich sind. Der tatsächliche Aufwand variiert je nach Zielsetzung, Umfang und Ausgangslage.

Logo-Design

ca. 15 bis 25 Stunden

Corporate Design

ca. 30 bis 40 Stunden

Markenstrategie und Positionierung

ca. 50 bis 70 Stunden

Landingpage (Konzeption und Design)

ca. 25 bis 35 Stunden

Website (bis 5 Seiten)

ca. 50 bis 70 Stunden

Website mit erweiterten Funktionen

ab ca. 150 Stunden

SEO-Analyse und Strategie

ca. 20 bis 30 Stunden

Content-Erstellung (pro Inhalt)

ca. 8 bis 12 Stunden

Die genannten Werte dienen ausschließlich der Orientierung. Der tatsächliche Aufwand variiert je nach Zielsetzung, Projektumfang, Abstimmungsbedarf und Ausgangslage erheblich.

Transparenz schafft Planungssicherheit


Offene Kommunikation über Prozesse, Abhängigkeiten und Aufwände schafft Vertrauen auf beiden Seiten. Wer versteht, warum Projekte Zeit benötigen und welchen Zweck einzelne Schritte erfüllen, kann Deadlines und Budgets realistisch planen – intern wie extern. Transparenz bildet damit die Grundlage für erfolgreiche Zusammenarbeit.